Der richtige Zeitpunkt für den Heiratsantrag

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Warum Manche auch nach 5 Jahren noch nicht heiraten wollen

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Die Entscheidung zu heiraten sollte nicht leichtfertig getroffen werden, keine Frage. Auch wenn wir alle schon mal einen Film gesehen haben, in dem ein Paar nach Las Vegas flüchtet, sich dort kurzerhand trauen lässt und glücklich wird – die Halbwertszeit spontaner Ehen ist in der harten Realität eher kurz.

Die Konsequenzen einer Eheschließung sind auf fast allen Ebenen des Lebens so tiefgreifend, dass man nicht nur ‚wegen der Steuer‘ oder ‚weil man in meinem Alter verheiratet ist‘ oder aus sonstigen von außen gesteuerten Beweggründen vor den Traualtar treten sollte.

Man(n) (und natürlich auch Frau) sollte sich schon sehr sicher sein, bevor sie sich das weltliche und/oder kirchliche Ja-Wort geben.

Aber es gibt auch das andere Extrem - ewig Zögernde, die ‚Wir brauchen keinen Trauschein um glücklich zu sein‘ Fraktion und schlicht Bindungsunfähige (oder –unwillige).

Problem: Eine will, der andere nicht

Solange bei beiden Partnern Einigkeit besteht, ist alles in Ordnung. Zum Problem wird es in der Regel dann, wenn eine/r von beiden den Wunsch nach einer weitergehenden Verbindung oder auch nur nach schnöder Absicherung verspürt.

Ein gar nicht mal so seltener Fall ist, dass einer von beiden Partnern nur noch aus Bequemlichkeit in der Beziehung verharrt und diese Komfortzone durch den Heiratswunsch der oder des Anderen empfindlich gestört wird.

An diesem Punkt gibt es zwei mögliche Konsequenzen:

  • Trennung oder
  • die Rationalisierung des ‚Noch-nicht‘

Natürlich wäre die Trennung meist für beide Partner die beste Lösung. Die Heiratswillige könnte sich einen passenden Partner suchen und der Heiratsunwillige als Single oder mit eher locker angelegten Beziehungen glücklich werden.

Doch so einfach ist es in der Praxis nicht. Egal ob dem eine gemeinsam gekaufte Wohnung oder ganz banale Versorgungsgedanken zugrunde liegen – es gibt eine sehr hohe Zahl von Paaren, die aus - bei Licht besehen - nur allzu pragmatischen Gründen zusammen bleiben, obwohl eine/r von beiden oder beide eigentlich mit der Beziehung unzufrieden sind.

Um dennoch nicht heiraten zu müssen, werden die vorhin als ‚Rationalisierung des Noch-nicht‘ bezeichnen Gründe angeführt - jede Menge guter Gründe, die gegen eine Heirat sprechen und jeder dieser Gründe ist in der Praxis mit zahlreichen Beispielen belegbar. Allen voran die hohe Scheidungsrate und abschreckende Beispiele aus dem engeren oder weiteren Bekanntenkreis.


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Die krankhafte Beziehungsstörung

Von alledem ist jedoch ein wichtiger Fall zu trennen: Die nicht selten aus früher erlebten und oftmals verdrängten Emotionen gespeiste Bindungsstörung.

Wer – egal ob als Mann oder Frau - schon einmal eine Beziehung mit jemandem zu führen versucht hat, die oder der wirklich beziehungsgestört war, kann ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, mit einem solchen Menschen eine echte und tiefe Verbindung einzugehen.

Auch wenn es den Anschein hat, als ob Bindungsunfähigkeit bei Männern wesentlich häufiger anzutreffen ist, als bei Frauen, sind die Zahlen bei den Fällen echter Bindungsstörungen in etwa ausgeglichen.

Was die vordergründig höhere Zahl bei den Männern bedingt, ist die Tatsache, dass sich viele Männer sehr bequem hinter dieser vermeintlich pathologischen Störung verstecken, um sich nicht binden zu müssen. Meist werden die Kindheit oder ein Elternteil für die tiefsitzendende Bindungsstörung verantwortlich gemacht und die Partnerin damit in die Verzweiflung getrieben.

Bis hierhin sprechen wir von mehr oder weniger offensichtlichen Vermeidungsstrategien, die man eher unter dem Oberbegriff ‚Beziehungsunwilligkeit‘ zusammenfassen kann, als Sie mit dem Krankheitsbild der echten Beziehungsstörung zu umschreiben.

Krankhaft wird es dann, wenn tatsächlich zwanghafte Muster zugrunde liegen die durch echt-traumatische Erlebnisse in der Kindheit, wie zum Beispiel den Verlust einer Bezugsperson gespeist werden können.

Buchtipp

Der folgende Buchtipp wendet sich an alle, die glauben mit einem tatsächlich beziehungsgestörten Partner zusammen zu sein: Buchtipp ‚Bindungsangst verstehen‘

Aber kommen wir zurück zum wesentlich häufigeren Fall der Beziehungsvermeider und wie man diesem Phänomen begegnen kann.

Ausgehend von einer wenigstens 3 Jahre andauernden und durch eine gemeinsame Wohnung, sowie durch ein weitgehend gemeinsam geteiltes Leben legitimierten Beziehung sollte eigentlich einer Heirat nichts im Wege stehen.

Ist sich nun einer der beiden Partner sicher, heiraten zu wollen, wohingegen der andere zögert, kann dies in einfachen Fällen durch sanften Druck behoben werden. Die oder der Zögernde will ja im Prinzip auch, ist sich nur noch nicht wirklich sicher. Zu sehen, dass es dem jeweils anderen wirklich ernst ist, genügt hier oftmals, um für Klarheit zu sorgen. Da sie oder er das im tiefsten Inneren auch wollte, sind diese Beziehungen in der Regel auch stabil.

Anders sieht es aus, wenn der Unwillen tiefer sitzt oder sogar Ausdruck einer ‚inneren Kündigung‘ ist. Wenn also wie Eingangs beschrieben einer von beiden nur noch aus Bequemlichkeit in der Beziehung ist. Auch wenn in diesem Fall die Trennung eigentlich das Bessere für alle Beteiligten wäre, werden auch solche Beziehungen häufig und oftmals nach wochen- oder monatelangen Psychospielchen durch eine Hochzeit legitimiert. Man muss kein großer Psychologe sein, um diesen Ehen eine eher schlechte Zukunftsprognose auszustellen.

Fazit:

Es ist nicht einfach hier Empfehlungen auszusprechen, denn der Unterschied zwischen bequemer Beziehungsvermeidungsstrategie und echter krankhafter Beziehungsstörung ist nicht einfach zu erkennen.

Tatsache ist, dass sowohl Ehen mit ‚überredeten‘ Beziehungsunwilligen, als auch Beziehungen mit krankhaft Beziehungsgestörten kein Honiglecken sind und überproportional häufig mit einer Trennung enden.

Ein gutgemeinter Rat zum Schluss:

Vermeiden Sie es, Ihren Partner aufgrund einer selbst-diagnostizierten Beziehungsangst zu patholgisieren, also indirekt als psychisch krank zu bezeichnen.

Ganz egal, ob sie oder er es tatsächlich ist oder nur ein Fall von Beziehungsvermeidung vorliegt, sie bringen den jeweils anderen damit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Palme. Rückt man sie oder ihn in die Nähe einer psychischen Erkrankung, werden sowohl Bindungsunwillige wie tatsächlich Bindungsgestörte sehr dünnhäutig reagieren und höchstwahrscheinlich die Flucht aus der Beziehung antreten. Also ziehen Sie diese Karte nur, wenn Sie um jeden Preis Klarheit wollen und eine Trennung nicht nur billigend in Kauf nehmen, sondern sich sogar wünschen.

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